Wie Sie Selbstzweifel ablegen und Ihre Leistung anerkennen – Tipps gegen die eigenen Blockaden

Sie leiden unter Selbstzweifeln oder können Ihre Leistung und Ihren Erfolg nicht anerkennen? Studien zufolge leidet jeder zweite Erwachsene zeitweilig unter diesem Phänomen, dem Psychologen den Namen „Hochstapler-Syndrom“ geben. Sowohl Männer als auch Frauen können von diesem psychischen Phänomen betroffen sein. Sie kommen sich wie ein Schwindler vor, sind der Meinung, sie hätten ihren Erfolg nicht verdient und leiden unter der Vorstellung, jemand könne sie als Hochstapler enttarnen. 

Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin von facebook, beschreibt das Hochstapler-Syndrom in ihrem Buch „Lean in: Frauen und der Wille zum Erfolg“ (>> siehe meine Buchempfehlung) als das Phänomen, das Frauen im Berufsleben am häufigsten ausbremst.  „Obwohl sie Erfolge vorweisen können, ja sogar Expertinnen in ihrem Bereich sind, scheinen viele Frauen das Gefühl nicht loszuwerden, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man sie durchschaut hat und rausfindet, wie sie wirklich sind – nur begrenzt fähig und kompetent“, zitiert Sheryl Sandberg die Professorin Dr. Peggy McIntosh, die am Wellesley Center for Women forscht.

Frauen sind vom Hochstapler-Syndrom intensiver betroffen

Psychologen sehen die Ursache dafür, dass Frauen häufiger unter dem Hochstappler Phänomen leiden, in den nach wie vor gesellschaftlich verankerten Rollenzuschreibungen. Immer noch würden Frauen dazu erzogen, nicht auf ihre Leistungen stolz zu sein. Dadurch werden sie demotiviert und gebremst und verlieren den Spaß am Erfolg. 

Besonders häufig, so haben breit angelegte Studien belegt, tritt das Hochstapler-Syndrom in Berufsgruppen auf, in denen es um souveränes, selbstsicheres und oft typisch männliches Auftreten geht, so zum Beispiel bei Ärzten, Wissenschaftlern und Managern in der Wirtschaft. 

Tipps zur Bewältigung des Phänomens

In dem Persönlichkeits-Blog des Psychologen, Coach und Trainers Roland Kopp-Wichmann habe ich interessante Anregungen gefunden, wie es gelingen kann, sich vom Hochstaplersyndrom zu befreien. Der Artikel richtet sich zwar an „Hochstaplerinnen“, die Tipps sind aber aus meiner Sicht auch für Männer hilfreich. 

  • Roland Kopp-Wichmann empfiehlt, seine Denkmuster zu ändern, sich zu sagen „Ich bin kompetent und ich gehöre hier her“, sobald sich Selbstzweifel breit machen.
  • Außerdem ermutigt er dazu, stolz zu sein und zu ertragen, dass man eventuell den Neid der anderen erregt.
  • Zu üben, das Verhalten und kritische Aussagen von anderen nicht immer auf sich zu beziehen, sieht der Psychologe ebenfalls als wesentlichen Schritt, sich vom Hochstapler-Syndrom zu befreien. 

Den „Hinweis für kompetente Frauen: Nein, Sie sind keine Hochstaplerin!” des Psychologen Kopp-Wichmann und seine Tipps finden Sie >> hier zum Nachlesen.  

Das auch Männer sich manchmal wie Schwindler vorkommen, beschreibt Gilbert Dietrich, Coach und Teamleiter im Internet-Business, in seinem Artikel „Die Angst entdeckt zu werden: Bin ich ein Hochstapler?“ sehr anschaulich. Seine Tipps für vermeintliche Schwindler in Kurzfassung:

  • Fehler und Rückschläge nicht allzu ernst nehmen, denn sie gehören zum Erfolg dazu und wir lernen aus ihnen.
  • Sich für Erfolge loben und die eigenen Ansprüche nicht zu hoch schrauben.
  • Sich über Zufälle freuen, die den Weg zum Erfolg ebnen, sich gleichzeitig aber auch den eigenen Beitrag am Erfolg vor Augen führen.
  • Dinge, von denen Sie meinen, dass Sie sie nicht können oder nicht wissen ganz offen ansprechen.
  • Immer Sie selbst bleiben und sich nicht besser darstellen, als Sie sind.
  • Sich als „gefühlter Schwindler“ offenbaren und mit anderen bescheidenen Menschen über dieses Phänomen austauschen.

Den ausführlichen Artikel „Angst entdeckt zu werden. Bin ich ein Hochstapler?“ von Gilbert Dietrich finden Sie >> hier zum Nachlesen.

Ob „Hochstapler/in“ oder nicht, ich freue mich über Ihre Kommentare zu diesem Phänomen!

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  1 comment for “Wie Sie Selbstzweifel ablegen und Ihre Leistung anerkennen – Tipps gegen die eigenen Blockaden

  1. Melanie
    26. Dezember 2014 um 23:04

    Liebe Frau Zimmer, vielen Dank für diesen Artikel. Ich arbeite seit fast vier Jahren als Führungskraft und kenne das „Phänomen“ nur zu gut. Jetzt, wo mir bewusst ist, dass es dieses „Phänomen“ gibt, geht es mir jedoch viel besser. Ich freue mich auf weitere interessante Artikel in 2015! Viele Grüße, Melanie P.

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