„Stopp-Weiter-Start“ – Mit dieser einfachen Methode schaffen Sie Freiräume für Neues

Einige Methoden sind zugleich einfach anzuwenden und vielfältig einsetzbar. So gehört beispielsweise die – wie ich Sie nenne – „Stopp – Weiter – Start“-Übung zu einer meiner Lieblingstools, wenn es darum geht, zeitliche Freiräume zu schaffen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und neue Projekte zu integrieren, wo scheinbar keine Zeit mehr ist. Wenn Sie gestresst sind oder meinen, nicht genug Zeit für Ihre Aufgaben und Projekte zu haben, wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, in Ihrem Job oder mit Ihrem Team effizienter arbeiten und mehr erreichen zu können oder wenn Sie das Gefühl haben, Sie und Ihr Wohlbefinden kommen zu kurz – die folgende Methode funktioniert im beruflichen und im privaten Bereich, für die aktuelle Analyse und für die langfristige Perspektive.

Zeitfresser rauben uns Energie

Zeitdiebe und Zeitfresser lauern überall und schleichen sich häufig unbemerkt und ganz schnell auch dauerhaft in unser Leben. Jeder Mensch hat seine eigenen Zeitdiebe, in Form von Aufgaben, Verpflichtungen und Projekten, die entweder selbstgemacht oder von außen – durch Familie oder den Arbeitgeber – auferlegt sein können. Wenn wir nicht ab und zu inne halten und uns dieser Zeitfresser bewusst werden, können sie uns viel Energie und damit häufig auch die Lebensbalance kosten. Mal davon abgesehen, dass sie uns davon abhalten, das zu tun, was wir eigentlich tun wollen.

Die „Stopp – Weiter – Start“ – Methode

Die „Stopp-Weiter-Start“-Methode lässt sich vielfältig anwenden: wenn Sie eine neue Abteilung übernehmen, als Führungskraft für Ihre Abteilung oder als Mitarbeiter in Ihrem Job nach Effizienzpotential suchen, aber auch wenn Sie ein neues Hobby ausprobieren möchten, mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen wollen oder immer dann, wenn Sie insgesamt das Gefühl haben, Ihr Leben sei aus der Balance geraten.

Fangen Sie damit an, dass Sie alles aufschreiben, womit Sie aktuell Ihre Zeit verbringen. Es bietet sich an, eine Woche, einen Monat und ein Jahr, ggf. sogar einen längeren Zeitraum zu betrachten. Nehmen Sie sich Ihren Kalender zur Hand und schauen Sie, welche (beruflichen und/oder privaten) Termine in diesen Zeiträumen angefallen sind oder schon anstehen. Listen Sie alle Aktivitäten, Aufgaben, Verpflichtungen, Projekte und Hobbies untereinander auf. Im Anschluss führen Sie alle Projekte und Tätigkeiten auf, die in der nächsten Zeit zu planen sind, die Sie gerne in Ihr Leben integrieren würden bzw. in denen Sie in Ihrem Job oder für Ihre Abteilung Erfolgspotential sehen. Vielleicht nehmen Sie auch Themen auf aus der Kategorie „Was ich immer noch mal machen wollte“.

Neben Ihre Liste aktueller und möglicher Themen und Wünsche ziehen Sie drei Spalten, die Sie mit „Stopp“, „Weiter“ und „Starten“ überschreiben. Gehen Sie Ihre Liste nun nach und nach durch und kreuzen Sie für jedes Thema eine der Spalten an. Sie können zu interessanten Erkenntnissen kommen, wenn Sie dies in einem ersten Gang ganz spontan machen. Denn je länger Sie überlegen, desto eher kommt Ihr innerer Kritiker und Saboteur und bremst Ihre intuitiven Eingebungen (die viel häufiger Ausdruck unserer Bedürfnisse sind als es der Verstand sein kann). Nutzen Sie eventuell auch ein Fragezeichen als Platzhalter, wenn Sie den Punkt noch einmal genauer überdenken wollen.

Sobald Sie die Kreuze (und Fragezeichen) gesetzt haben, können Sie für jede Aktivität auf Ihrer Liste genauer überlegen, warum Sie sie tun bzw. zukünftig tun möchten. Hinterfragen Sie insbesondere die Themen, die Sie mit einem Kreuz (oder Fragezeichen) bei „Weiter“ und „Starten“ gekennzeichnet haben: Was würde dagegen sprechen, eine Tätigkeit zu streichen? Es kann durchaus sein, dass diese Punkte erledigt werden müssen. Aber vielleicht nicht von Ihnen selbst? Fragen Sie sich auch, ob diese Themen wirklich Ihr individuelles Ziel und ihr persönliches Bedürfnis abbilden. Häufig besteht hier ein bewusster oder unbewusster Druck von außen. Prüfen Sie, welchen Einfluss Sie haben, die Situation doch in Ihrem Sinne zu verändern. Vielleicht ist Ihrem Vorgesetzten gar nicht bewusst, dass eine Arbeitsanweisung nicht optimal ist und es viel effizientere Wege gibt?

Machen Sie sich am besten zu jedem Punkt Notizen bezüglich Ihrer Entscheidung für die eine oder andere Kategorie. Das hat zum einen den Vorteil, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehen können, warum Sie sich für oder gegen eine Sache entschieden haben. Haben wir uns bewusst für etwas entschieden, insbesondere wenn es eine lästige Aufgabe ist (oder wird), verfallen wir häufig weniger ins Zweifeln oder Jammern – zwei Dinge, die uns ebenfalls viel Zeit und Energie rauben können…

Bedenken Sie bei alledem aber auch: die Prioritäten, wie Sie sie mit Ihrer Liste gesetzt haben, können Sie jederzeit wieder ändern. Die aktuelle Analyse ist nicht in Stein gemeißelt, sie ist vielmehr ein „lebendes“ Dokument, das Sie in regelmäßigen Abständen hervorholen und nutzen können.

Wie Ihre Liste zu mehr Gelassenheit führen kann

Ich selbst habe mir folgendes zur Gewohnheit gemacht: Sobald ich merke, dass ich in Hektik oder Stress verfalle oder darüber jammere, dass ich nie Zeit habe, sage ich zu mir selbst „S-W-S“, sozusagen als Mantra für stoppen, weitermachen, starten. Interessanterweise beruhigt mich das schon im Moment des Gedankens, ohne dass ich meine Themenliste ansehen muss.

Ich erkläre mir das so: Ja, wir haben viele Verpflichtungen, die es zu erledigen gibt. Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, laden wir uns viele Dinge aber selbst auf, weil wir unsere Grenzen nicht kennen oder nicht Nein sagen können. Sich bewusst zu machen, dass wir viel mehr Einfluss haben auf unsere Zeit als wir denken, kann schon zu viel mehr Gelassenheit führen. Wenn wir unsere Zeitdiebe dann noch bewusst eliminieren und unsere Wünsche und Träume als „Projekte für die Zukunft“ festhalten, trägt das bestimmt zu einer besseren Lebensbalance und mehr Zufriedenheit bei. 

Coaching und Beratung mit „Stopp – Weiter – Start“

Im beruflichen Umfeld biete ich diese Methode Führungskräften im Rahmen eines individuellen Coachings oder vor dem Hintergrund meiner fachlichen Expertise im HRM Bereich als Beratungsdienstleistung an.  Auch im Rahmen eines Workshops mit dem Team hat sich dieser Ansatz bereits bewährt.  

Im privaten Kontext kann ich Sie mit dieser Methode in einem Coaching unterstützen, wenn Sie Ihre Prioritäten überprüfen wollen, sich gestresst und überlastet fühlen oder Energie für neue Vorhaben brauchen.  

Sprechen Sie mich für Ihre individuelle Lösung gerne an. > Kontakt

 

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