Familie und Beruf. So gelingt der Wiedereinstieg nach der Elternzeit – Ein Gastartikel von Silke Mekat

Können Sie auch jenseits der 30 noch Ihre beruflichen Wünsche verwirklichen? Vor allem als Frau und Mutter? Wie klappt der Wiedereinstieg nach der Elternzeit und warum haben Sie allen Grund dazu, sich Arbeitgebern selbstbewusst zu präsentieren?  

Silke Mekat beschäftigt sich als Trainerin, Beraterin und Autorin intensiv mit dem Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ich freue mich, dass sie ihre Antworten auf diese und weitere Fragen in meinem Blog mit uns teilt. 

Kann man auch jenseits der 30 noch seine beruflichen Wünsche verwirklichen?  

Warum denn eigentlich nicht? Und wer sollte es einem verbieten?

Es gibt so viele prominente Beispiele, von Frauen, die nachdem sie ihre erste Karriere gelebt hatten, noch mal ganz von vorn angefangen haben. Wussten Sie eigentlich, dass Joanne K. Rowling, die Erfinderin von Harry Potter, erst Lehrerin und später alleinerziehende Mutter und auf Sozialhilfe angewiesen war, bevor sie anfing Bücher über einen Zauberlehrling zu schreiben und erfolgreich wurde? Dass Ministerin Ursula von der Leyen promovierte Ärztin ist, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medizinischen Hochschule Hannover gearbeitet hat, bevor sie in die Politik ging? Oder auch eine erfolgreiche Seminarleiterin, die ich bei einem emotion Seminar kennenlernte. Kurz darauf lies Antje Jones alles hinter sich und begann in Lesotho ein komplett neues Leben.

Doch nicht selten geraten gerade Mütter in der Elternzeit, wenn sie abgeschnitten vom beruflichen Arbeitsleben sind, in eine Selbstbewusstseinskrise. Dabei haben doch gerade sie viele Schlüsselqualifikationen zu bieten, die der heutige Arbeitsmarkt dringend braucht: Empathie, Organisationstalent, Flexibilität, Durchhaltekraft und Verantwortungsvermögen – denn wer den Familienalltag gestaltet, erwirbt Schlüsselqualifikationen, die auch für den Job wichtig sind. 

Und berufstätige Eltern haben in ihrem Alltag für Ausreden wie „keine Lust, zu müde, krank, keine Zeit“ keinen Platz. Machen wir uns nichts vor, drei Jahre in einer derartigen Schule dürften genügen, um den Personalchef von der eigenen Team- und Kommunikationsfähigkeit zu überzeugen.

Leider setzen immer noch viele Mütter beruflich oft aus oder treten beruflich kürzer sobald die Kinder da sind. Die Schule, durch die sie jedoch gegangen sind, macht sie am Ende zu den am besten organisierten, zielstrebigsten, führungsstarken und teamfähigsten Mitarbeitern. Ein unschätzbares Kapital für die Berufswelt. Grund genug, mit Selbstbewusstsein ins Arbeitsleben zurück zu streben!

Doch was können Frauen selber dafür tun, sich als Fachkraft zu präsentieren? Was, wenn die letzte Berufstätigkeit schon länger zurückliegt? 

Auch heute ist eine berufliche Unterbrechung zur Kindererziehung immer noch ein typischer Lebensabschnitt von Frauen. Die meisten Frauen wünschen sich eine Rückkehr in den Beruf. Statistiken zeigen auch, dass eine Mehrheit von Frauen mit Kindern heute erwerbstätig ist. In Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels sehen auch immer mehr Unternehmen das Potential von Wiedereinsteigerinnen.

Doch egal, ob Sie kurz nach der Geburt wieder zurück in den Beruf möchten oder ob Sie länger ausgesetzt haben,  die Rückkehr in den Beruf stellt für viele Frauen vor neue Herausforderungen. Beginnen Sie daher, Ihren Wiedereinstieg rechtzeitig zu planen und klären Sie, bevor Sie sich bewerben, einige Fragen: 

  • Was wird sich ändern, wenn Sie zu arbeiten beginnen?
  • Wann ist der richtige Zeitpunkt für Ihren Wiedereinstieg?
  • Wie kann die Familienarbeit neu verteilt werden?
  • Wie organisieren Sie Ihre Woche neu?
  • Welche Möglichkeiten der Kinderbetreuung kommen in Frage und welche können Sie sich leisten?
  • Wer hilft bei Krankheit und in Ferienzeiten?
  • Wie viele Stunden können Sie wöchentlich arbeiten?
  • Welche Arbeitsorte können Sie mit welchem Verkehrsmittel erreichen?
  • Wie sieht Ihr bisheriger Berufsweg aus?
  • Welche Fähigkeiten und Kenntnisse haben Sie?
  • Wie und wo können Sie Wissen auffrischen, und wie finanzieren Sie eine Weiterbildung?
  • Kommt eine Ausbildung (z.B. in Teilzeit) in Frage?
  • Können Sie bei Ihrer bisherigen Arbeitsstelle wieder einsteigen?
  • Haben Sie aktuelle und aussagekräftige Bewerbungsunterlagen?
  • Wie bereiten Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vor?

Gar nicht so leicht dies alles zu beantworten und sich selber gut zu verkaufen. Manche Dinge im Leben brauchen einfach Zeit. Zeit um zu reifen und um umsetzbar zu werden. Aus Träumen werden Ziele und deren Umsetzung braucht seine Zeit. Manchmal wird uns erst nach Jahren bewusst, wie wichtig bestimmte Themen für uns sind oder dass wir es mit dem bisherigen einfach nicht mehr aushalten können. Genau dann ist der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu beginnen. Unabhängig vom Alter, denn das ist immer relativ. Vielleicht erscheinen wir für Kinder schon alt, aber für unsere Oma, die über 100 Jahre alt wurde, haben wir noch ganz viel Zeit und Leben vor uns.

Es ist also nie zu spät etwas Neues zu beginnen. Sichern Sie sich die Unterstützung Ihrer Familie und betrachten Sie den Wiedereinstieg ins Berufsleben als Prozess!

 

Autorin Silke Mekat, Trainerin, Beraterin und Autorin mit dem Fokus der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kennt die Problematik aus eigener Erfahrung. Als Mutter einer kleinen Tochter und seit über 20 Jahren im Beruf weiß sie, wie anspruchsvoll, aber auch schön das Leben mit Kindern und Beruf ist. In Coachings und Seminaren unterstützt sie berufstätige Mütter und Wiedereinsteigerinnen dabei, Beruf und Familie in Balance zu halten. Sie lebt mit ihrer Familie in ihrer Wahlheimat München. Mehr über die Autorin unter http://www.vereinbarkeit-von-beruf-und-familie.info oder https://www.facebook.com/MamaCoachingMuenchen/

 

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