Selbstsabotage – So entdecken Sie Ihren inneren Saboteur und erreichen Ihre Ziele

Das neue Jahr ist nun drei Wochen alt. Sind Sie noch dabei, Ihre guten Vorsätze für 2016 umzusetzen? Oder läuft es wie bei so vielen Ihrer Vorhaben – der Wille ist da, aber an der Umsetzung scheitert es?

Laut einer aktuellen Studie von Forsa im Auftrag der Krankenkasse DAK geben 24% der Befragten an, dass die Umsetzung ihrer Pläne nach spätestens einem Monat gescheitert ist. Weitere 15% der Befragten haben die guten Vorsätze bis zu drei Monate durchgehalten und sind dann wieder in alte Muster verfallen. Sei es der Vorsatz, gesünder zu leben, sich mehr Zeit für Familie und Freunde zu nehmen oder ein berufliches Projekt anzugehen – häufig bleibt es beim guten Vorsatz und bei (nagenden) Gedanken „Ich wollte noch…“, „Ich muss unbedingt…“.

Woran liegt es, dass wir unsere guten Vorsätze nicht langfristig umsetzen können und – vor allem – warum tun wir häufig das Gegenteil von dem, was wir wollen oder von dem wir eigentlich wissen, dass es gut für uns wäre? Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang vom Phänomen des „Self-Handicapping“. Damit bezeichnen sie alles, was von kleinen Akten der Selbstsabotage (wie beispielsweise die weitverbreitete „Aufschieberitis“  vor wichtigen Telefonaten in Form eines „jetzt brauche ich aber doch erst noch eine Tasse Kaffee“ oder „erst hole ich noch die Post rein“) bis zu massiven Formen der Selbstsabotage reicht, die den beruflichen Erfolg und das Lebensglück blockieren und sogar die eigene Gesundheit gefährden können. Die Bewerbung auf einen besseren Job wird immer weiter rausgezögert, bis die Abgabefrist schließlich verstrichen ist. Es werden immer wieder Ausreden gefunden, warum das Gespräch über die vielen Überstunden mit dem Chef nicht geführt wird. Und Diätplan und Vorsätze für mehr Bewegung werden nicht eingehalten, obwohl die Blutwerte bedrohlich schlecht sind.

Schuld am Phänomen der Selbstsabotage ist unser „innerer Saboteur“. Dieser tritt unbewusst und häufig dann auf den Plan, wenn nur geringste Anzeichen darauf hindeuten, dass unser Vorhaben scheitern könnte und wir unser Ziel nicht erreichen könnten. Was praktisch bei jedem Vorhaben der Fall sein kann… Der „innere Saboteur“ will uns vor dem Versagen und insbesondere vor den damit einhergehenden Kratzern an unserem Selbstwertgefühl schützen. So entwickelt er eine Reihe von Ablenkungsmanövern und Ausreden, um unser Vorhaben nicht anzugehen. „Nicht jetzt, aber gleich…“.

Manchmal entlarven wir uns selbst dabei, wie wir uns selbst ausbremsen und packen die Aufgabe schließlich an. Weil uns das Thema wichtig ist, wir persönlich dahinter stehen und erkennen, dass – wenn wir uns erst einen Schubs gegeben haben – dies nur zu unserem Besten sein wird. Und sei es, dass wir das Thema endlich angegangen sind und Gewissheit über den Ausgang haben.

Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, ständig und immer wieder Dinge aufzuschieben oder sogar spüren, dass Sie unter Ihren eigenen Möglichkeiten bleiben, lohnt sich vielleicht doch ein genauerer Blick auf Ihr Verhaltensmuster. Denn wenn Ihr „innere Saboteur“ ständig Vorhaben verhindert, die wichtig für Sie, Ihre Bedürfnisse und Ihr Wohlbefinden sind, kann die Selbstsabotage Ihr Lebensglück erheblich beeinträchtigen. Mal davon abgesehen, dass schon die ständig kreisenden Gedanken um das Thema – „Ich wollte noch…“, „Ich muss unbedingt…“, „Gleich mache ich es aber…“ – viel Energie rauben und die eigenen Selbstzweifel nähren können.  

Was gegen die Selbstblockade helfen kann

Wichtig ist zuerst, sich des „inneren Saboteurs“ und der eigenen Verhaltensweise bewusst zu werden.

Sie haben sich etwas vorgenommen, packen es aber nicht an? Ihnen war etwas sehr wichtig, Sie haben es aber nicht bekommen, erreicht etc.? Stellen Sie sich die Frage: Was habe ich davon, dass ich es nicht hinbekomme oder geschafft habe?

Die Frage mag seltsam erscheinen, kann aber die Beweggründe unseres „inneren Saboteurs“ aufdecken und somit den inneren Konflikt erkennen helfen. Wer etwas unbedingt erreichen oder erledigen möchte, kommt ins Handeln und lässt sich durch nichts davon abhalten. Also, was ist es, das Sie abhält?

„Was habe ich davon, dass ich den neuen, tollen gut bezahlten Job nicht bekommen habe? — Ich kann an meinem alten Arbeitsplatz bleiben, muss mich nicht auf Neues einstellen und keine Überstunden machen…“

Verfallen Sie nicht dem Selbstoptimierungswahn

Sie entsprechen nicht dem Ideal? Wollen dünner, fitter, effektiver und selbstbewusster werden oder – um beim Beispiel oben zu bleiben – unbedingt befördert werden und auf der Karriereleiter nach oben? Stellen Sie sich die Frage, warum genau Sie diese Vorsätze haben. Sind Sie von außen, von Familie, Freunden, der Gesellschaft beeinflusst?

Wenn Ihre Vorsätze und Vorhaben nicht Ihren eigenen Bedürfnissen entsprechen, dem, was Sie persönlich brauchen und Ihnen persönlich wichtig ist, werden Sie sich vermutlich weiterhin selbst im Wege stehen. Stellen Sie sich also eher die Frage „Was brauche ich, um glücklich und zufrieden zu sein?“ statt: “Welches Ideal möchte (muss) ich erfüllen?“

„Andere halten mich bestimmt für blöd, wenn ich die Chance auf diesen Job nicht annehme. Dabei fühle ich mich mit meiner jetzigen Arbeit wohl und bin froh über die geregelten Arbeitszeiten, die mir Zeit für Familie und Hobbies lassen…“.  

Machen Sie sich Ihren inneren Konflikt bewusst und überprüfen Sie, was Ihnen wirklich wichtig ist.  

Veränderung braucht Zeit und darf von Rückschritten begleitet sein

Setzen Sie sich nicht zu ambitionierte Ziele. Der kleinste innere Zweifel daran, dass das Ziel in so kurzer Zeit zu schaffen ist, ruft den „inneren Saboteur“ direkt wieder auf den Plan. Denn er will seine Mission erfüllen und uns vor dem Versagen bewahren.

Planen Sie die Umsetzung Ihrer Vorhaben daher lieber langfristig und machen Sie sich zu Beginn (am besten schriftlich) klar, warum genau Sie Ihr Vorhaben umsetzen wollen.

„Warum will ich regelmäßig joggen gehen? Weil ich weiß, dass es mir gut tut, meinen Kopf befreit und mich fit hält — auch wenn ich den inneren Schweinehund immer erst besiegen muss.“

Und wenn Sie sich an einem Tag absolut nicht aufraffen können, dann akzeptieren Sie es wie es ist und machen am nächsten Tag weiter, ohne schlechtes Gewissen und „Jetzt habe ich es wieder nicht durchgehalten“-Gedanken.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für die Umsetzung Ihrer Pläne und nochmals alles Gute für 2016!

 

 

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  3 comments for “Selbstsabotage – So entdecken Sie Ihren inneren Saboteur und erreichen Ihre Ziele

  1. Melanie
    25. Januar 2016 um 12:13

    Da gehöre ich wohl zu den 24%… Der Januar ist noch nicht vorbei und ich musste – durch diesen Artikel – an meine guten Vorsätze erinnert werden 😦 Bisher habe ich mich immer damit getröstet, dass mir die Ziele dann wohl nicht wichtig genug waren. Das noch mehr dahinter stecken kann, finde ich interessant und mache mich direkt auf die Suche nach dem inneren Saboteur.
    Vielen Dank für den Artikel, Frau Zimmer, und gerne weiter so!

    Viele Grüße aus Rahlstedt,
    Melanie Siemens

    • 25. Januar 2016 um 12:25

      Liebe Frau Siemens,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr positives Feedback. Ich hoffe, dass Sie Ihren Vorsätzen wieder näher kommen und drücke Ihnen fest die Daumen!
      Viele Grüße,
      Mareike Zimmer

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