„Wir sind Wissensriesen, aber Umsetzungszwerge“ – So erhöhen Sie Ihre Umsetzungskompetenz

Wie schaffen wir es, unsere Ziele zu erreichen? Offensichtlich reichen Motivation, Fachwissen und die Aussicht auf eine Belohnung nicht immer aus, denn trotzdem scheitern viele angefangene Projekte. Wieder einmal das passende Thema zum Jahreswechsel, wenn viele von uns das Jahr Revue passieren lassen und sich mit neuen guten Vorsätzen und Zielen für 2015 beschäftigen.

„Ich hatte einen klaren Auftrag der Geschäftsführung. Ich hatte mein Team – alles gut ausgebildete Mitarbeiter auf dem Gebiet – auf unsere Ziele eingeschworen. Ich hatte einen Bonus ausgelobt für den erfolgreichen Projektabschluss… Wir waren alle hoch motiviert und trotzdem war irgendwann die Luft raus und das Ziel am Ende nicht erreicht… Was hätte ich besser machen können?“ Mit diesem Anliegen kam vor kurzem eine junge Führungskraft auf mich zu. 

Wissen tun wir in Zeiten der Wissensgesellschaft viel. Mit Methoden der Motivation beschäftigen wir uns spätestens als Führungskraft intensiv. Wer motiviert ist hat einfach bessere Voraussetzungen, seine Ziele zu erreichen als jemand, der schon von Anfang an nicht ausreichend motiviert ist. Entscheidend für den Erfolg bei der Zielerreichung scheint neben der Motivation jedoch noch etwas anderes zu sein. Denn häufig scheitern wir auf dem Weg zum Ziel, trotz anfangs hoher Motivation für unser Vorhaben.

Psychologen nennen das, was Menschen auszeichnet, die Ihre Ziele erreichen, Volition – die Fähigkeit, unsere Ziele, Wünsche und Motive durch die bewusste und willentliche Steuerung von Gedanken, Gefühlen und Handlungen zu erreichen – oder kurz: Umsetzungskompetenz. Eine Reihe wissenschaftlicher Studien bestätigen, dass es nicht nur darauf ankommt, wie motiviert wir sind, sondern vor allem darauf, wie umsetzungsstark wird sind.

Also eigentlich ganz einfach: Je höher unsere Umsetzungskompetenz desto eher sind wir erfolgreich bei der Umsetzung unserer Ziele.

Was genau gehört zur Umsetzungskompetenz?

Prof. Dr. Waldemar Pelz vom Institut für Management-Innovation fasst unter Umsetzungskompetenz die folgenden wesentlichen Fähigkeiten zusammen:

  • Fokussierung der Aufmerksamkeit auf das Wesentliche
  • Zielführendes (unterstützendes) Emotions- und Stimmungsmanagement
  • Selbstvertrauen und Durchsetzungsstärke (Selbstwirksamkeit)
  • Vorausschauende Planung und kreative Problemlösung
  • Zielbezogene Selbstdisziplin durch tieferen Sinn der Arbeit (Ethik)

Erfolgreich bei der Umsetzung von Zielen sind demnach Menschen, die es schaffen, Prioritäten zu setzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, selbst dann noch, wenn die Motivation und Aufmerksamkeit durch äußere Einflüsse beeinträchtigt wird.

Wichtig ist auch die Fähigkeit, sich selbst und gegebenenfalls auch andere (das Team oder Menschen, von denen die Zielerreichung abhängig ist) in eine positive Gefühlslage zu versetzen. Denn negative Emotionen führen zu inneren Blockaden, die die Zielerreichung erschweren.

Wer darüber hinaus aufgrund positiver Erfahrungen aus der Vergangenheit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten besitzt, wird selbstbewusst auftreten, vom eigenen Erfolg überzeugt sein und die Motivation bei Rückschlägen nicht so schnell verlieren.

Außerdem belegen Studien, dass es sehr hilfreich ist, die Umsetzung von Zielen aktiv zu planen  und auch eventuelle Hindernisse und Barrieren sowie Strategien für deren Bewältigung im Blick zu haben. Wer von seinem Ziel nur träumt, andere für deren Umsetzung verantwortlich macht oder für eventuelle Hindernisse auf dem Weg nicht gewappnet ist, wird früher oder später frustriert kapitulieren – oder weiterträumen.

Nicht zuletzt kommt es auf die Einstellung an: derjenige, der für sich einen Sinn in der Arbeit ermittelt hat, wird ein größeres Durchhaltevermögen entwickeln und konstruktiv mit Störungen umgehen können, sei es mit Motivationsmangel auf dem Weg zum Ziel oder mit Einwänden und Gegenwind aus dem Umfeld.   

Wie Sie die Höhe Ihrer Umsetzungskompetenz ermitteln

Unter dem folgenden Link hat Herr Prof. Dr. Pelz einen kostenlosen Test zur Verfügung gestellt, mit dem Sie anhand von 48 Fragen für sich ermitteln können, wie Sie bei den einzelnen Teilkompetenzen abschneiden. >> Test der Umsetzungskompetenz (Volition)

Entwicklung der eigenen Umsetzungskompetenz

Es lohnt sich, seine Umsetzungskompetenz selbstkritisch zu hinterfragen, entweder durch den Test oder durch den Rückblick auf eigene Erfahrungen mit der Erreichung von Zielen. 

Das Bewusstsein um die eigenen Stärken – und sei es nur in einigen der Teilkompetenzen – kann bereits helfen, zukünftig Pläne erfolgreicher umzusetzen und Ziele zu erreichen. Listen Sie sich Ihre Stärken am besten auf und greifen bewusst darauf zurück, wenn Sie ein Ziel verfolgen.

Und für die Punkte, bei denen Sie nicht so gut abschneiden? Kompetenzen lassen sich entwickeln und das Wissen um die eigenen Schwächen ist der erste Schritt zur Verbesserung. Definieren Sie am besten für sich Ihre Handlungsfelder und  überlegen, was Sie konkret tun können, um sich weiterzuentwickeln.

Weitere Tipps

In meinem Blog bin ich in einigen Artikeln bereits auf Themen wie Selbstwirksamkeit, zielführendes Emotionsmanagement und vorausschauende Planung von Zielen eingegangen. Vielleicht finden Sie dort einige Ansatzpunkte:

Zum Thema Selbstwirksamkeit: „Haben Sie das Ruder in der Hand? Wie die eigene Kontrollüberzeugung über unseren Erfolg bestimmt.“ >> lesen

Zum Thema Zielführendes Emotions- und Stimmungsmanagement: „4 Wege zum positiven Umgang mit negativen Emotionen“ >> lesen

Zum Thema vorausschauende Planung von Zielen und kreative Problemlösung: „Wie Sie mit der Kraftfeld-Analyse Ihre Ziele besser erreichen“ >> lesen

Ich wünsche Ihnen und euch für das kommende Jahr 2015 alles Gute und viel Erfolg für die persönliche Weiterentwicklung!

Advertisements

  6 comments for “„Wir sind Wissensriesen, aber Umsetzungszwerge“ – So erhöhen Sie Ihre Umsetzungskompetenz

  1. Ralf Hauser
    24. August 2015 um 16:30

    Hallo Mareike, ich glaube Umsetzungskompetenz kann man auch in einem (sozialen) Ehrenamt lernen. Ehrenämter sind meist nicht bezahlt und so sind die Mitmachvorraussetzungen gering. In einem Ehrenamt kann man sich prima ausprobieren und gutes tun. Bei Fehlern muß man auch nicht befürchten den existenzsichernden Broterwerbsjob zu verlieren. Viele Grüße Ralf

    • 24. August 2015 um 20:24

      Hallo Ralf,
      Danke für deinen Kommentar zu meinem Beitrag.
      Viele Grüße,
      Mareike

  2. anni71
    17. Dezember 2014 um 21:47

    Hey Mareike,

    Das finde ich ein super Thema! Habe direkt den Test gemacht – fällt gar nicht so schlecht aus wie ich dachte ;-))

    Jetzt bin ich direkt motiviert für den pre-weihnachtlichen Endspurt! Muss hier nämlich tatsächlich noch einiges von der Rampe kriegen. Oje…

    Aber jetzt geht’s erstmal ins Bett!

    Ich hoffe, Dir geht es prima und Du hast auch bald frei.

    Ganz liebe Grüße Anja

    • 18. Dezember 2014 um 05:15

      Liebe Anja,

      Danke für dein Feedback! Freue mich sehr, dass du die Bestätigung erhalten hast, ein „Umsetzungsriese“ zu sein! Ich hoffe, du kannst dir zwischendurch trotzdem die ein oder andere Pause gönnen… 🙂

      Liebe Grüße und frohe Weihnachten!
      Mareike

  3. Merle
    16. Dezember 2014 um 20:29

    Vielen Dank für den Zusammenhang zwischen Motivation und Umsetzungskompetenz! .. und für den Link zum entsprechenden Test. ich hatte eben das ein oder andere Aha-Erlebnis. Viele Grüße, Merle aus München

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: