Einfach mal Bilanz ziehen und umsetzen, was wichtig ist – Die Bilanzanalyse im Selbstcoaching

Sie sind unzufrieden, aus dem Gleichgewicht geraten, wollen Ihre Prioritäten überprüfen? Mit einer einfachen und schnellen Methode bestimmen Sie Ihren Standort im Leben und gewinnen Klarheit über die Prioriäten in Ihrer aktuellen Lebenssituation.  

Ob im Job oder im Privatleben, eigentlich sind wir ständig in Bewegung. Einer Aufgabe folgt die nächste. Diverse Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten, locken. Diverse Erwartungen werden an uns gestellt und wollen erfüllt werden. Wir bewegen uns hierhin und dorthin mit dem Ziel, möglichst viel vom Leben mitzunehmen und uns und anderen gerecht zu werden.

Nicht selten kommen wir an den Punkt, an dem wir uns in diesem ständigen Hin und Her ziellos und unzufrieden fühlen. Wir haben das Gefühl, mehr Energie zu lassen als zu tanken. „Wofür das Ganze?“ fragen wir uns nicht selten. In Bewegung sein, seine Aufgaben erledigen, die Freizeit optimal ausnutzen – all dies allein reicht nicht aus, um sich zufrieden und ausgeglichen zu fühlen. Die Ausgeglichenheit kommt mit dem Wissen um den eigenen aktuellen Ausgangspunkt und dem Wissen, wo wir hin möchten und was wir ändern wollen.  

Dazu braucht es nicht immer einer intensiven Selbstreflexion. Mit der Methode, die ich Ihnen heute vorstelle, reichen schon wenige Minuten, um Klarheit über Ihren aktuellen persönlichen Standort zu gewinnen und die eigenen Prioritäten für die nächste Zeit festzulegen.

Ach so, noch ein wichtiger Punkt bevor ich Ihnen den Methode beschreibe: Es reicht nicht aus, dieses Werkzeug zu kennen. Das Tun ist ein wesentlicher Einflussfaktor für den Erfolg im Selbstcoaching. Probieren Sie die Methode also am Besten  direkt aus!

Die persönliche Bilanzanalyse

Schritt 1: Standort bestimmen

Im ersten Schritt schaffen Sie sich Klarheit über die Themen, die Sie in Ihrer aktuellen Lebenssituation positiv oder negativ beschäftigen. Teilen Sie dazu ein Blatt Papier in zwei Hälften.

Schreiben Sie auf die linke Seite in Stichworten sämtliche Punkte auf, die in Ihrem Leben zum jetzigen Zeitpunkt gut laufen, für die Sie dankbar sind, die Sie zufrieden machen, die so bleiben sollen wie sie sind. Denken Sie dabei an unterschiedliche Bereiche in Ihrem Leben, z. B. an Ihre Arbeit, Ihre Familie, Ihr soziales Netzwerk, Ihre Gesundheit, Ihre Freizeit und weitere Lebensbereiche, die für Sie bedeutsam sind.

Auf die rechte Seite des Blattes schreiben Sie danach alle Punkte, die Ihnen momentan Probleme bereiten, die Ihnen Energie und Kraft rauben, die Sie ändern möchten, die Sie unangenehm oder sogar schmerzlich berühren. Gehen Sie auch hier wieder gedanklich die Lebensbereiche durch, die für Sie von Bedeutung sind.

Schauen Sie sich die Liste nun noch einmal an. Die meisten Punkte sind Ihnen vermutlich wohl bekannt. Horchen Sie noch einmal in sich hinein. Gibt es noch positive oder negative Punkte, die nicht so offensichtlich sind. Manchmal kommen etwas später noch Aspekte hinzu, die Ihnen zuvor nicht so bewusst waren. Schreiben Sie möglichst auch die Punkte auf, die Sie bisher versucht haben, unter der Oberfläche zu halten. Auch wenn es Ihnen vielleicht unangenehm ist. Die Themen aufzuschreiben und beim Namen zu nennen, schafft bei dieser Übung häufig schon eine gewisse Erleichterung.

Schritt 2: Entscheidungen treffen

Nach dem Sammeln der guten und unangenehmen Punkte in Ihrem Leben geht es im zweiten Schritt um eine genauere Betrachtung der einzelnen Punkte und um Ihre bewusste Entscheidung, wie Sie mit den einzelnen Themen weitergehen wollen. Betrachten Sie die Stichworte auf der positiven Seite und auf der negativen Seite Ihrer Bilanz einzeln und machen sich für jeden Punkt folgendes bewusst und schriftlich kenntlich (zum Beispiel anhand der Kürzel wie von mir jeweils vorgeschlagen):

  • (++) Von diesem Punkt will ich noch mehr, das Thema möchte ich stärken / weiter ausbauen, indem ich folgendes tue…  
  • (+) Dieser Punkt soll genau so bleiben, wie er ist.
  • (!) Diesen Punkt will ich kurzfristig ändern und nehme mir folgendes vor…
  • (!?) Diesen Punkt will ich ändern, möchte aber noch darüber nachdenken wann und wie…
  • (–) Diesen Punkt möchte ich akzeptieren lernen (weil ich ihn nicht ändern kann oder ändern will).
  • (~) Diesen Punkt lasse ich erst einmal so stehen und denke später darüber nach.

Schritt 3: Erkenntnisse verbindlich machen

Schreiben Sie zum Schluss Ihre wesentlichen Erkenntnisse noch einmal für sich auf und setzen Sie Prioritäten. Was ist Ihnen wichtig? Was werden Sie als nächstes tun? Fragen Sie sich an dieser Stelle auch ganz bewusst, was passiert, wenn Sie nichts tun, sondern alles so bleibt, wie Sie es in Ihrer Bilanz aufgeschrieben haben.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Liste und die Aktionen mit einem Datum zu versehen und die Übung regelmäßig zu wiederholen. So können Sie Ihre Prioritäten immer wieder Ihrer aktuellen Lebenssituation anpassen und sehen, was sich im Verlauf der Zeit verändert.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie umsetzen, was Sie als wichtig erkannt haben!

 

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