Unsere inneren Antreiber (Teil V): „Tempo, Tempo, das muss schneller gehen!“ Wie Sie der Hektik des „Mach schnell“-Antreibers entkommen können

Sie sind ständig in Bewegung und werden nervös und ungeduldig, wenn es nicht schnell genug geht? Sie können sich schwer auf eine Sache konzentrieren, sind dafür aber Meister im Multitasking? Langsamkeit und Menschen, die trödeln regen Sie auf? Ihr Gegenüber unterbrechen Sie auch gerne einmal, wenn er nicht auf den Punkt kommt? Denn „Zeit darf nicht verschwendet werden“? 

Dann wird es Sie vermutlich nicht wundern, wenn andere Sie häufig als hektisch und gestresst erleben. Vielleicht fühlen Sie sich selber auch häufig gehetzt und wünschen sich mehr Ruhe und Gelassenheit. Hier kann es sich lohnen, sich mit dem „Mach schnell“-Antreiber auseinandersetzen und kritisch für sich zu beleuchten, ob Ihr Denken, Fühlen und Handeln unbewusst von diesem inneren Antreiber kontrolliert und gesteuert wird. 

Glaubenssätze des „Mach schnell“-Antreibers

In der besten Absicht, uns auf das Leben vorzubereiten, haben unsere Eltern und andere Bezugspersonen (zum Beispiel Erzieherinnen, später unsere Lehrer) uns gewisse Botschaften übermittelt, die – im Unterbewusstsein verankert – auch noch im Erwachsenenalter mehr oder minder unsere Einstellung und unser Verhalten beeinflussen. 

„Tempo, Tempo, das muss schneller gehen!“

„Ich muss schnell machen, sonst werde ich nicht fertig!“

„Zeit ist kostbar und darf nicht verschwendet werden!“

„Wer rastet, der rostet!“ 

Wenn Ihnen diese Botschaften bekannt vorkommen und Ihnen auch heute noch häufig durch den Kopf gehen, dann kann das ein Hinweis darauf sein, dass der „Mach schnell“-Antreiber Sie stark prägt und insbesondere in Stress- und Belastungssituation Ihr Denken, Fühlen und Handeln steuert. 

Auswirkungen des „Mach schnell“-Antreibers

Vielleicht ist Ihnen schon häufiger vorgeworfen worden, dass Sie nicht richtig zuhören oder anderen keinen Raum lassen, eigene Lösungswege zu entwickeln. Vielleicht ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass Sie mit Menschen, die Ihre Aufgaben im Detail und mit großer Genauigkeit planen und bearbeiten, nicht gut klar kommen. Dieser „Sei perfekt“-Typ braucht Zeit und Ruhe, um seine Aufgaben bestmöglich und ohne Fehler zu erledigen. Ihm geht Genauigkeit vor Schnelligkeit. Der Konflikt zwischen Ihnen ist vorprogrammiert, wenn Sie sich der unterschiedlichen Antreiber nicht bewusst sind und dem Bedürfnis Ihres Gegenübers nach Genauigkeit mit Druck und Hektik begegnen. 

Wenn der innere Antreiber übermächtig wird und sich negativ auf Sie und Ihr Verhalten auswirkt, sollten Sie sich kritisch mit ihm auseinandersetzen, Ihre Glaubenssätze hinterfragen und passende Gegenbotschaften zurechtzulegen. Sich diese neuen Botschaften oder „Erlauber“ regelmäßig bewusst hervorzurufen kann helfen, das eigene Verhalten wieder bewusst selbst zu steuern.

Individuelle Gegenbotschaften entwickeln

Mögliche Gegenbotschaften für den „Mach schnell“-Antreiber können sein: 

„Ich gebe mir die Zeit, die ich brauche!“

„Ich darf Pausen machen!“

„In der Ruhe liegt die Kraft!“

„Ruhige Schnelligkeit!“ 

„Wer ständig rennt, kommt irgendwann ins Stolpern!“

Einen schönen Satz in diesem Zusammenhang hat auch die Psychologin Ruth C. Cohn geprägt als sie sagte:

„Wir haben keine Zeit, deshalb lasst uns langsam vorgehen.“

Suchen Sie nach Ihren persönlichen Gegenbotschaften, die Ihnen immer dann helfen, wenn Sie bei sich Hektik und Stress verspüren oder offensichtlich bei anderen auslösen. So können Sie Ihren inneren Antreiber positiv beeinflussen und nach und nach auf ein Maß zurückbringen, das in der jeweiligen Situation angebracht ist.

Stärken des Antreibers

In jedem der inneren Antreiber steckt auch ein positiver Kern. Menschen mit dem „Mach schnell“-Antreiber können beispielsweise über einen gewissen Zeitraum hinweg auf einem hohen Aktivitätsniveau arbeiten – und das auch in komplexen Situationen. Unter Zeitdruck zu arbeiten macht ihnen nichts aus und sie wissen, Zeit und Chancen zu nutzen. Im Team sorgen „Mach schnell“-Typen für Dynamik, sie können andere begeistern und mitreißen. Überall wo es auf Flexibilität und die Offenheit für Neues ankommt, sind sie gerne gesehen.

Wie bei allen Antreibern kommt es also auch beim „Mach schnell“-Antreiber darauf an, dem Antreiber keine Übermacht zu geben, sondern seine Ressourcen für sich zu nutzen.

 

Alle Artikel zum Thema innere Antreiber und weitere Informationen

Über die negativen Auswirkungen und die positiven Seiten der fünf Antreiber lesen Sie in meinen Artikeln:

Teil 1 („Sei perfekt“) Unsere inneren Antreiber – Wie sie unser Leistungspotential einschränken oder uns bei unserem Erfolg unterstützen >> lesen

Teil 2 („Mach es allen recht“) Sind Sie noch “Beziehungsmanager/in” oder werden Sie schon ausgenutzt? >> lesen

Teil 3 („Seit stark“) Stärke beweisen um jeden Preis? >> lesen

Teil 4 („Streng dich an“) Wie Sie die Dynamik des „Streng dich an!“-Antreibers durchbrechen und Leistungsdruck reduzieren können >> lesen

Antreibertest 

Sie möchten wissen, wie stark die inneren Antreiber „Sei perfekt“, „Mach es allen recht“, „Sei stark“, Streng dich an“ und „Mach schnell“ Sie jeweils prägen und beeinflussen? Im Internet finden sich eine Reihe von Tests, mit denen Sie Ihren Hauptantreiber ermitteln können (zum Beispiel unter http://www.lerncoaching-berlin.com/antreibertest.html).

Mit den inneren Antreibern im Coaching arbeiten

Wenn Sie Interesse haben, Ihre inneren Antreiber genauer unter die Lupe zu nehmen und zusammen mit einem Sparringpartner an für Sie passenden „Erlaubern“ für Ihre Hauptantreiber zu arbeiten, sprechen Sie mich gerne an. >> Coaching-Angebot von Mareike Zimmer

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