Stärke beweisen um jeden Preis? – Unsere inneren Antreiber (Teil III „Sei stark!“)

Sie lösen Ihre Probleme am liebsten alleine? Ihr Motto heißt „Zähne zusammenbeißen um jeden Preis“? Zu anderen Menschen halten Sie eher Distanz?  Schwächen zeigen kommt für Sie nicht in Frage? Und Ihre Gefühle zeigen Sie ungern oder am besten gar nicht? 

In meinem Artikel vom 10. Februar 2014 habe ich Ihnen das Modell der inneren Antreiber vorgestellt. Über die Theorie zum Modell und wie innere Antreiber uns unterstützen, allerdings auch bremsen und im schlimmsten Fall sogar schaden können lesen Sie hier >> „Unsere inneren Antreiber – Teil I „Sei perfekt“.

Wenn Sie die Fragen in der Einleitung überwiegend mit Ja beantworten, werden Ihre Einstellung und Ihr Verhalten vermutlich vom  inneren Antreiber „Sei stark“ beeinflusst. Diesen Antreiber stelle ich Ihnen in meinem heutigen Beitrag vor.

Wie jeder der fünf Antreiber des Modells kann auch der „Sei stark“-Antreiber sehr förderlich sein. So verleiht er Durchsetzungsstärke, häufig auch Autorität und Führungsstärke. Menschen mit diesem Antreiber werden als konsequent und entscheidungsfreudig wahrgenommen. Und in Krisensituationen sind sie diejenigen, die Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und sich scheinbar nicht unterkriegen lassen.

Hinter dieser Unerschütterlichkeit und Stärke stehen häufig Glaubensätze wie „Gefühle zeigt man nicht. Gefühle sind ein Zeichen von Schwäche. Niemand darf merken, dass ich ratlos, schwach und empfindlich bin. Zu viel Nähe macht verletzlich. Indianer kennen keinen Schmerz.“

Wenn diese Botschaften aus der Kindheit Sie sehr stark und ständig beeinflussen, kann dies neben den oben genannten Stärken jedoch negative Auswirkungen auf Ihr Verhalten anderen und sich selbst gegenüber haben. Vielleicht nehmen Sie die Sichtweise anderer gar nicht mehr wahr, überfahren sie vielleicht sogar regelrecht mit Ihrem eigenen Standpunkt. Vielleicht können Sie sich auf menschliche Nähe nicht einlassen, nicht um Hilfe bitten bzw. Hilfe nicht annehmen? Wenn Sie eine dicke Schutzmauer um sich errichtet haben, um sich (meist) unbewusst vor Verletzungen zu schützen, wirken Sie auf andere eher verschlossen und distanziert. Dies kann soweit führen, dass Sie wenige oder keine tragfähigen Beziehungen haben, die Sie im privaten aber auch im beruflichen Umfeld unterstützen.

Um einem übermächtigen „Sei stark“-Antreiber gegenzusteuern, können Sie für sich Gegenbotschaften und sogenannte „Erlauber“ entwickeln und sich regelmäßig ins Bewusstsein rufen, zum Beispiel:

„Nicht jeder kann immer stark sein.“

„Jeder darf sich Unterstützung holen und sie annehmen – auch ich.“

 „Gefühle zu zeigen ist ok.“

 „Ich darf mich anderen gegenüber öffnen.“

Sich diese oder ähnliche Gegenbotschaften schrittweise zu verinnerlichen bringt den Antreiber auf ein Maß zurück, das angebracht und für Ihren persönlichen Erfolg förderlich ist. Sie können dann in den Situationen, in denen es notwendig ist, Stärke zeigen. Auf der anderen Seite wirkt der Antreiber nicht mehr als dauerhafter Stresserzeuger.

Antreibertest

Sie möchten wissen, wie stark die inneren Antreiber „Sei perfekt“, Mach es allen recht“, „Sei stark“, Streng dich an“ und „Mach schnell“ Sie jeweils beeinflussen? Im Internet finden sich eine Reihe von Tests, mit denen Sie die Ausprägung Ihrer Antreiber ermitteln können (zum Beispiel unter http://www.lerncoaching-berlin.com/at.php).

Vorherige Artikel zum Antreiber-Modell

Artikel I: der „Sei perfekt“-Antreiber >> hier lesen

Artikel II: der „Mach es allen recht“-Antreiber >> hier lesen

Antreiber im Coaching

Wenn Sie Interesse haben, zusammen mit einer anderen Person an für Sie passenden „Erlaubern“ zu arbeiten und sich diese schrittweise zu verinnerlichen, sprechen Sie mich gerne an. >> Coaching-Angebot von Mareike Zimmer

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