Sind Sie noch „Beziehungsmanager/in“ oder werden Sie schon ausgenutzt? – Unsere inneren Antreiber (Teil II: „Mach es allen recht“)

Andere Menschen zu kritisieren fällt Ihnen schwer? Von anderen akzeptiert zu werden ist Ihnen sehr wichtig? Sie stellen Ihre eigenen Bedürfnisse für die anderer Menschen gerne zurück? Egal wo, Sie fühlen sich verantwortlich, dass andere sich wohlfühlen? Von anderen zu hören, dass Sie Ihre Sache gut gemacht haben, ist für Sie das größte Lob? Und Nein-Sagen kommt gar nicht in Frage (oder fällt Ihnen immer wieder schwer)? Dann lesen Sie diesen Artikel über den „Mach es allen recht“-Antreiber.

In meinem Artikel vom 10. Februar 2014 habe ich Ihnen das Modell der inneren Antreiber vorgestellt. Über die Theorie zum Modell und wie innere Antreiber uns unterstützen, allerdings auch extrem bremsen können lesen Sie hier >> „Unsere inneren Antreiber – Teil I „Sei perfekt“.

Wenn Sie sich in den Punkten oben wiedererkennen, sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit durch den „Mach es allen recht“-Antreiber geprägt. Das ist erst einmal nicht problematisch, denn dieser Antreiber weckt in uns eine Reihe von Stärken. So sind Menschen mit dem „Mach es allen recht“-Antreiber echte „Beziehungsmanager“, die sich durch eine hohe soziale Kompetenz, ausgeprägten Teamgeist und Hilfsbereitschaft auszeichnen. Im Team oder in der Gemeinschaft wirken sie sehr ausgleichend und integrierend und sind daher für jedes Team äußerst wichtig.

Problematisch kann es dann werden, wenn dieser Antreiber das eigene Verhalten so stark beeinflusst, dass Sie sich selbst für andere regelrecht aufopfern. Sie spüren das dann vielleicht dadurch, dass Sie sich häufig ausgenutzt fühlen oder sich fragen, warum Sie jede Art von Konflikt zu vermeiden versuchen. Vielleicht haben Sie sich bei der einleitenden Frage nach den eigenen Bedürfnissen auch gefragt: „Was sind denn eigentlich meine eigenen Bedürfnisse?“. Menschen mit einem starken „Mach es allen recht“-Antreiber sind häufig so sehr auf andere fokussiert, dass Sie die eigenen Bedürfnisse und den eigenen Standpunkt gar nicht (mehr) kennen.

Vielleicht hat Ihnen schon einmal jemand die Rückmeldung gegeben, dass er Sie als nicht greifbar, unentschlossen oder unentschieden erlebt. Heute folgen Sie dieser Meinung, morgen einer anderen – um ja niemandem auf die Füße zu treten und schlimmstenfalls seine Anerkennung zu verlieren. Wenn Sie Ihr Verhalten ständig auf andere Menschen abstimmen, wirken Sie jedoch schnell schwammig. Ihr Gegenüber weiß nicht, woran er ist. Das kann einer guten, vertrauensvollen Beziehung, ob privat oder beruflich, im Wege stehen.

Wenn Sie durch den „Mach es allen recht“-Antreiber geprägt sind, machen Sie sich bewusst in welchen konkreten Situationen Sie der Antreiber unterstützt und in welchen er Sie eher behindert bzw. sogar stark beeinflusst. Um dem übermächtigen „Mach es allen recht“-Antreiber gegenzusteuern, können Sie sich Gegenbotschaften und „Erlauber“ zurechtzulegen und in den Situationen, in denen der Antreiber übermächtig wird, bewusst hervorrufen.

„Ich darf es auch mir recht machen.“
„Jeder darf seinen Standpunkt vertreten – auch ich.“
„Jede Meinung ist wertvoll.“
„Niemand kann es immer allen recht machen.“
„Auch wenn jemand mit mir unzufrieden ist bin ich als Person in Ordnung.“

Sich diese oder ähnliche Gegenbotschaften schrittweise zu verinnerlichen, kann Ihnen helfen, den Antreiber auf das Maß zurückzufahren, bei dem er Sie unterstützt anstatt Sie zu behindern und einzuschränken.

Antreibertest

Auch in diesem Artikel möchte ich Ihnen noch einmal der Hinweis geben, dass sich im Internet eine Reihe von Tests finden lassen, mit denen Sie die Stärke der Ausprägung Ihrer Antreiber ermitteln können (zum Beispiel unter http://www.lerncoaching-berlin.com/selbsttests.html).

Links

Zu Teil I dieser Artikelserie und dem „Sei perfekt“-Antreiber geht es >> hier.

„Wie Sie es schaffen, es endlich allen recht zu machen“ – So hat der Coach Dr. Bernd Slaghuis seinen Blog-Artikel genannt und greift das Thema darin mit einem Augenzwinkern auf – eine weitere erfrischende Perspektive…. Zum Artikel von Dr. Bernd Slaghuis geht es >> hier.

Coaching Angebot

Wenn Sie Interesse haben, Ihre Antreiber zusammen mit einer anderen Person zu reflektieren und an den für Sie passenden „Erlaubern“ zu arbeiten, sprechen Sie mich gerne an. >> Coaching-Angebot von Mareike Zimmer.

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  6 comments for “Sind Sie noch „Beziehungsmanager/in“ oder werden Sie schon ausgenutzt? – Unsere inneren Antreiber (Teil II: „Mach es allen recht“)

  1. 23. Februar 2014 um 21:08

    Liebe Frau Zimmer,

    Danke für ihren interessanten Beitrag und die Querverlinkung zu meinem Blogartikel.

    Zu diesem Thema habe ich auch kürzlich für WDR5 ein Interview gegeben:
    [audio src="http://http-ras.wdr.de/CMS2010/mdb/ondemand/weltweit/fsk0/34/341654/341654_3456381.mp3" /]

    Viele Grüße
    Bernd Slaghuis

    • 24. Februar 2014 um 07:22

      Hallo Herr Dr. Slaghuis,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und den Hinweis auf den Radiobeitrag des WDR. Die Moderatorin gibt sich ja wirklich die größte Mühe, einen Weg zu finden, es allen recht zu machen. Eine interessante „Beweisführung“ und abschließend eine schöne, erleuchtende Erkenntnis!

      Viele Grüße,
      Mareike Zimmer

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