10 Tipps für die Entwicklung Ihrer individuellen Resilienz-Strategie

Wer sich eine persönliche Resilienz-Strategie entwickelt kann seine eigene Widerstandskraft gegen private und berufliche Belastungen erhöhen und sich besser gegen Krisen und Veränderungen wappnen. In diesem Beitrag finden Sie 10 generelle Tipps zur Steigerung der Resilienz sowie Hinweise für die Entwicklung Ihrer individuellen Strategie.

Jeder Mensch reagiert anders auf Schicksalsschläge, belastende Erlebnisse, Stress, Krisen und einschneidende Veränderungen. Während einige aus dem Gleichgewicht geraten und mit physischen oder psychischen Erkrankungen reagieren, wachsen andere an schwierigen Situation und gehen sogar gestärkt daraus hervor. Während die einen eine Krise als Bedrohung empfinden, sehen die anderen sie als Herausforderung und als Teil des Lebens. Letztere verfügen über eine ausgeprägte Resilienz, eine hohe seelische Widerstandskraft.

Was zeichnet resiliente Menschen aus?

Resilienzforscher untersuchen schon seit langem die maßgeblichen Faktoren der Resilienz und gehen davon aus, dass resiliente Menschen insbesondere über stabile, vertrauensvolle und unterstützende zwischenmenschliche Beziehungen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie verfügen. Außerdem besitzen sie die Fähigkeit, realistische Ziele zu entwickeln und diese auch zu erreichen, sie haben ein positives Selbstbild und vertrauen auf ihre Stärken und persönlichen Fähigkeiten. Sie verfügen über gute Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten und können gut und der jeweiligen Situation angemessen mit ihren Gefühlen und Emotionen umgehen.

Die American Psychological Association (APA) geht davon aus, dass jeder Mensch diese Faktoren für sich entwickeln kann und beschreibt in ihrer „Road to Resilience“ 10 wesentliche Kriterien:

10 Tipps für eine starke Resilienz 

1. soziale Kontakte aufbauen und pflegen

2. Krisen nicht als unüberwindbare Probleme betrachten, sondern als Teil des Lebens anerkennen und als Chance zur Weiterentwicklung begreifen

3. Veränderungen akzeptieren und als Teil des Lebens betrachten

4. sich realistische Ziele stecken und diese konsequent verfolgen anstatt unerreichbaren Zielen nachzujagen und daran Energie zu verlieren

5. widrigen Umständen so gut wie möglich begegnen und aktiv versuchen, sie im eigenen Sinne zu beeinflussen anstatt sie zu ignorieren versuchen oder darauf zu warten, dass sie sich von alleine erledigen (Aktivität statt Passivität)

6. sein eigenes positives Selbstbild fördern, Selbstvertrauen aufbauen und aktiv nach Lösungen suchen anstatt sich handlungsunfähig und als Opfer einer Situation zu sehen

7. belastende Situationen in einem breiteren Kontext sehen und versuchen, eine langfristige Perspektive einzunehmen anstatt in der Situation gefangen zu bleiben

8. eine positive Grundeinstellung zum Leben einnehmen und eine positive Vision des eigenen Lebens entwickeln anstatt sich auf negative Dinge und persönliche Ängste zu fokussieren

9. für sich selbst einstehen, sich um die eigenen Bedürfnisse kümmern und Aktivitäten nachgehen, die einem Spaß machen und entspannen

10. weitere, eigene Wege erkunden, die das persönliche Gleichgewicht erhalten (zum Beispiel Meditation, soziales Engagement, ein bestimmtes ausfüllendes Hobby, etc.)

Die persönliche Resilienz-Strategie entwickeln

Jeder Mensch ist unterschiedlich, nicht für jeden passen diese Tipps gleichermaßen. Auf dem Weg zur individuellen Strategie können wir uns jedoch vergangene Erfahrungen, bereits durchlebte private und berufliche Belastungen sowie bewältigte Krisen zunutze machen. Die APA empfiehlt, sich die folgenden Fragen zu stellen, um Ansätze für die eigene passende Strategie zu finden:

  • Wann habe ich schon einmal besonders belastende Situationen durchlebt?
  • Welche Auswirkungen hatten diese Situationen auf mich?
  • Was hat mir bei der Bewältigung geholfen bzw. was hat nicht für mich funktioniert?
  • Welche Bewältigungsstrategie hätte ich noch nutzen können?
  • Wer hat mich in der Situation unterstützt und wie?
  • Habe ich schon einmal jemandem in einer schwierigen Situation geholfen und wenn ja, wie konkret? War diese Erfahrung hilfreich für mich?
  • Welche meiner Einstellungen zum Leben helfen mir, eine positive Grundhaltung zu fördern?
  • Welche Einstellungen sollte ich dagegen überdenken?

Schicksalsschläge können jeden treffen. Berufliche und private Belastungen nehmen ständig zu. Beruhigend die Vorstellung, dass wir es in der Hand haben, die Widerstandskraft unserer Seele zu stärken.

Weiterführende Links und verwandte Artikel

Emotionale Intelligenz als Schlüssel zum Erfolg – 3 Möglichkeiten, wie Sie Ihre emotionalen Kompetenzen entwickeln können >> hier lesen

>> American Psychological Association (APA) – „The Road to Resilience“

  6 comments for “10 Tipps für die Entwicklung Ihrer individuellen Resilienz-Strategie

  1. 5. Februar 2014 um 21:18

    bei Punkt 7 wird geraten, eine langfristige Perspektive einzunehmen. Da muß ich schmunzeln. Ich glaube das auch, habe aber heute wieder im Radio ein Interview gehört, wo gesagt wurde, man lebe im Hier und Jetzt und nicht mehr weit in der Zukunft. Ich glaube so wirklich im Hier und Jetzt Leben kann man nur ab einem bestimmten Alter und wenn man keine beruflichen oder gesundheitlichen Schwierigkeiten hat. Ansonsten hilft die Hoffnung auf eine bessere Zeit in der Zukunft.

  2. 19. November 2013 um 11:22

    Resilienz bedeutet ursprünglich in die alte Form zurückzuspringen (resilere); in jedem Fall gehört auch situationsadäquates Verhalten dazu. Wir Menschen neigen dazu, in bestimten Mustern zu denken und zu handeln; wenn diese Art unseres Denkes und Verhaltens dann aber nicht zur Situation passt, kommt es zu Irritationen. Resiliente Menschen verfügen auch über ein hohes Bewusstsein ihrer Muster und wissen ihr Verhalten der Situation adäquat auszurichten und zu steuern.

    Beispiel: wenn ich merke, mit einem Beharren auf bestimmte Konstallationen komme ich nicht weiter, bspw. eine gehaltserhöhung, kann eine Lösung sein, statt mehr Geld zu verlangen, die Aufgabe anders zu definieren

    • 19. November 2013 um 12:19

      Hallo Frau Daniels,
      Resilienz = zurückspringen… häufig wird im Zusammenhang mit resilienten Menschen daher auch von „Stehaufmännchen“ gesprochen.
      Vielen Dank für Ihre Ergänzungen zum Thema Resilienz und das anschauliche Beispiel!
      Viele Grüße,
      Mareike Zimmer

      • 19. November 2013 um 13:01

        Liebe Frau Zimmer, die gesamte Themenvielfalt, Coping, Resilienz, die Abgrenzung wiederum zwischen diesen Bewältigungsstilen, ist ein wirklich wichtiges Thema. gerade weil wir auf das, was in einer stetigen Beschleunigung auf uns einstürmt, an Entwicklungen und Eindrücken eigentlich gar nicht optimal „aufgestellt“ sind. Unser Begreifen kommt oft dem Geschehnissen kaum oder nicht hinterher. Umso wichtiger, so es uns möglich ist, Ereignisse zu antizipieren – auch etwas, was es dem Menschen ermöglicht, in seine alte Form zurückzuspringen, die zuvor durch Druck etc. verformt wurde,

        vielleicht haben Sie ja Lust, auf meiner Website mal zu schau’n, wo und wie ich mich im Netz so bewege – (u. a. Blogs, eines zu Unternehmens- und Führungskulturen) und vielleicht können sich daraus ja auch mal Kooperationen ergeben,
        es grüßt Sie herzlich Katharina Daniels

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