Karriere? Ja, aber zu meinen Bedingungen! Mit 5 Fragen zum persönlichen Erfolg (II)

Wollen Sie wissen, wie Sie das beste aus sich herausholen? Dann finden Sie heraus, was in Ihnen steckt! Dabei können Ihnen die fünf Fragen helfen, von denen Peter F. Drucker (der als einflussreichster Managementdenker aller Zeiten gilt) sagt, dass Erfolgsmenschen sie sich regelmäßig stellen: was sind meine Stärken, wie lerne ich am besten, was sind meine Werte, wo gehöre ich hin und welchen Beitrag zum Erfolg kann ich leisten? Im zweiten Teil meines Artikels habe ich diese Fragen für Sie durch einige Tipps ergänzt, mit denen Sie Ihren persönlichen Antworten auf die Spur und Ihrem persönlichen Erfolg ein Stück näher kommen können. Für eine Karriere, die Ihnen und Ihrem Leben entspricht.

Die Fragen in der Übersicht

  1. Was sind meine Stärken?
  2. Wie lerne und arbeite ich am besten?
  3. Was sind meine Werte?
  4. Wo gehöre ich also hin?
  5. Was ist mein Beitrag zum Erfolg?

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1. Was sind meine Stärken?

Eine wesentliche Voraussetzung für den persönlichen Erfolg ist das Wissen um die eigenen Stärken. Diese Stärken im beruflichen Umfeld einzusetzen und weiter auszubauen kann Sie viel weiter bringen als sich auf Ihre Schwächen zu konzentrieren und zu versuchen, diese mit viel Aufwand und Energie, häufig sogar ergebnislos, auszumerzen, um einem bestimmten Job gerecht zu werden. Was wir gut können, tun wir ohne große Anstrengung, macht uns Freude und zufrieden. Soweit so gut. 

„Ich würde meine Stärken nicht einmal wahrnehmen, wenn sie zu mir kämen, um mir die Hand zu schütteln“, sagt der amerikanische Autor von erfolgreichen Karriereratgebern Richard N. Bolles.

Geht es Ihnen auch so? Kennen Sie Ihre wahren Stärken? Wenn nicht, dann stelle ich Ihnen hier drei unterschiedlich aufwendige Möglichkeiten vor, die Sie dabei unterstützen können, Ihre wertvollsten Stärken zu erkennen.

(1) Die schnellere Variante – sich selbst befragen

  • Stellen Sie sich die folgenden Fragen:
    • Wofür bekomme ich regelmäßig Lob und Anerkennung?
    • Welche Aufgaben habe ich schon mit großem Erfolg erledigt?
    • Zu welchen Themen fragen mich andere um Rat?
    • Was fällt mir beruflich am leichtesten?
    • Welche Aufgaben gehen mir leicht von der Hand, welche absolviere ich mit Leidenschaft?
    • Welche Aufgaben finde ich am sinnvollsten?

Diskutieren Sie die Fragen gegebenenfalls mit einer Person, die Sie gut kennt und von der Sie meinen, dass sie Ihnen ehrliches Feedback gibt.

(2) Die unterstützte Variante – mit Persönlichkeitstests zu mehr Klarheit

In Ratgebern und im Internet finden Sie eine Reihe von Persönlichkeitstests, die bei der Suche nach den eigenen Stärken unterstützen können.

Ich nutze in meiner beruflichen Praxis zum einen das Buch von Marcus Buckingham und Donald O. Clifton „Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt! Das Gallup-Prinzip für individuelle Entwicklung und erfolgreiche Führung“. Im Buch werden die fünf wichtigsten Talente und die 34 Leitmotive des menschlichen Talents beschrieben. Ein interaktiver Selbsttest, den die Autoren im Internet zur Verfügung stellen, gibt Aufschluss über die persönlichen Stärken. Das Buch liefert darauf aufbauend nützliche Tipps zur Umsetzung in die Praxis (Details zum Buch siehe unter „zum weiterlesen… “ >>).

Gute Erfahrung habe ich ebenfalls mit dem DISG-Modell gemacht. Das DISG-Persönlichkeitsprofil platziert Sie anhand der Koordinaten

  • extrovertiert/offensiv oder introvertiert/defensiv und
  • Aufgaben-/Sachorientierung oder Menschorientierung

in einen der vier Quadranten „Dominant, Initiativ, Stetig, Gewissenhaft“. Je nach Positionierung im Koordinatensystem lassen sich die unterschiedlichen Ausprägungen Ihrer Persönlichkeit ablesen und einem von 15 DISG-Typen zuordnen. Die Auswertung gibt hilfreiche Hinweise auf für Sie passende berufliche Herausforderungen. Umfangreiches Testmaterial zur Selbstauswertung finden Sie zum Beispiel in dem Arbeitsbuch „Das neue 1×1 der Persönlichkeit: Sich selbst und andere besser verstehen mit dem DISG-Persönlichkeitsmodell“ von Lothar Seiwert und Friedbert Gay (siehe unter „zum weiterlesen… “ >>).

(3) Die zeitaufwendige, aber sehr aufschlussreiche Variante

Peter F. Drucker beschreibt in seinem Artikel die „Feedback Analyse“, eine Methode, die in einem Zeitraum über etwa zwei bis drei Jahre eine verlässliche Auskunft über Ihre wesentlichen Stärken ermöglicht.

Wenn Sie eine wichtige Entscheidung treffen oder eine wichtige Aufgabe erledigen schreiben Sie auf, was aus Ihrer Sicht vermutlich als Ergebnis dieser Entscheidung oder Aufgabe herauskommen wird. Etwa 9 bis 12 Monate später vergleichen Sie Ihre erwarteten Ergebnisse mit dem, was tatsächlich passiert ist.

Mit dieser Übung konzentrieren Sie sich auf Ihre Leistung und auf die entsprechenden Ergebnisse und erkennen schnell, welche Entscheidungen und Aufgaben Sie erfolgreich getroffen und erledigt haben und welche nicht. Klären Sie nun für sich, worin Ihr Erfolg oder Misserfolg lag und ermitteln Sie so, wo Ihre Stärken liegen. Mit der „Feedback Analyse“ geben Sie sich sozusagen ein eigenes Feedback und können daraus lernen. Ich habe auf diese Weise zum Beispiel in meinem ersten Jahr mit Führungsverantwortung herausgefunden, welche Art von Entscheidungen ich zusammen mit meinem Team treffen kann und welche ich besser alleine treffe, um das beste Ergebnis zu erzielen.

Bei allem Fokus auf die Stärken, vergessen Sie Ihre Schwächen nicht komplett. Defizite im Bereich Kommunikation und Aufbau und Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen zum Beispiel können Ihre Stärken schwächen, wenn Sie sie vernachlässigen. Das Stichwort hier ist „Emotionale Kompetenz“: die eigenen Gefühle sowie die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und so zu beeinflussen, dass sie der Situation angemessen sind. Diese Fähigkeit zeichnet – empirischen Studien zufolge – beruflich und privat erfolgreiche Menschen aus. (Emotionale Kompetenz lässt sich trainieren.  Wie? Das lesen Sie in meinem Artikel „Emotionale Intelligenz als Schlüssel zum Erfolg“ >> hier). 

Fazit: Wertvolle Stärken stärken. Hinderliche Schwächen schwächen.

2. Wie lerne und arbeite ich am besten?

Um erfolgreich zu sein ist es hilfreich, die Bedingungen zu kennen, unter denen Sie am besten lernen und arbeiten (können und wollen). Um sich hierüber Klarheit zu schaffen, kann es sinnvoll sein, die folgenden Fragenkomplexe genauer zu betrachten:

  • Wie lernen Sie am besten? Indem Sie sich Notizen machen zu einem neuen Thema oder Daten auf andere Weise visualisieren, zum Beispiel als Grafik oder Mindmap?  Oder lernen Sie am besten, wenn Sie über das Thema sprechen, darüber referieren oder diskutieren?
  • Menschen gehen sehr unterschiedlich an Aufgaben heran. Sind Sie zum Beispiel jemand, der Informationen visuell am besten aufnimmt oder können Sie Informationen besser verarbeiten, wenn Sie sie hören? Und wie drücken Sie sich am besten aus – indem Sie schreiben oder sprechen? Auf welche Art erzielen Sie die besten Ergebnisse?

Wenn Sie von sich selber nicht genau sagen können, wie Sie Informationen optimal aufnehmen und weitergeben und welcher Lerntyp Sie sind, dann sollten Sie sich darüber Klarheit verschaffen.

Wenn Sie sich bereits damit beschäftigt haben und sich vor diesem Hintergrund selbst gut kennen, dann stellen Sie sich die Frage: Handeln Sie auch konsequent danach?!

  • Ebenfalls wichtig ist die Frage, ob Sie effektiver im Team arbeiten oder bessere Ergebnisse erzielen, wenn Sie eine Aufgabe alleine angehen. Wenn Sie besser im Team arbeiten können, dann in welcher Konstellation – als Teammitglied, als Projektleiter, als Vorgesetzter des Teams?
  • Wie sieht es mit Ihrer Entscheidungsfähigkeit aus? Können Sie Entscheidungen treffen und die Verantwortung dafür übernehmen? Oder liegt es Ihnen mehr, Entscheidungen lediglich vorzubereiten und andere zu beraten?
  • Laufen Sie zur Höchstform auf, wenn Sie unter Stress stehen und/oder Flexibilität gefragt ist? Oder brauchen Sie ein Umfeld, das stabil und voraussehbar ist, in dem Sie möglichst ohne Druck von außen arbeiten können?
  • Arbeiten Sie lieber in einem kleinen oder mittleren Unternehmen oder in einer großen Organisation?

Fazit: Entwickeln Sie eine Vision von Ihrem optimalen Lern- und Arbeitsumfeld.

3. Was sind meine Werte?

Unsere Werte sind unsere oberste Orientierungsinstanz im Leben. Wenn Sie gemäß Ihrer Werte leben, sind Sie mit sich im Einklang. Treffen unterschiedliche Werte aufeinander, entsteht ein Konflikt: in Ihnen selbst oder im Äußeren mit Ihrer Umwelt.

Auf Ihr Berufsleben übertragen bedeutet das: wenn Sie einer Tätigkeit nachgehen, die im Gegensatz zu Ihren Werten steht oder für ein Unternehmen arbeiten, dessen Werte mit den Ihren nicht vereinbar sind, dann tauchen Konflikte auf, die auf kurz oder lang Einfluss auf Ihre Leistungsfähigkeit, Ihre Zufriedenheit und Ihren Erfolg haben. Wenn Sie beispielsweise überzeugter Nichtraucher sind (Wert Gesundheit), dann werden Sie im Marketing der Tabakindustrie vermutlich auf Dauer nicht erfolgreich sein, weil Sie entgegen Ihrer Werte handeln.

Wenn Sie sich für einen Job oder ein Unternehmen entscheiden, sollten Sie sich daher im Vorfeld Gedanken machen, ob Ihre Werte zu den Herausforderungen des Jobs bzw. zu den Unternehmenswerten passen.

Wie stellen Sie fest, welche Werte Ihr Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen?

Wie so häufig gibt es auch zum Thema Wertearbeit eine ganze Reihe verschiedener Ansätze und Methoden. Für mich hat sich diese Vorgehensweise bewährt:

  • Werte suchen

Nehmen Sie sich einen Zettel und schreiben Sie alle Werte auf, die Sie mit sich in Verbindung bringen. Was ist Ihnen wichtig? Was treibt Sie an?

Orientieren Sie sich gegebenenfalls an einer Werteliste und/oder diskutieren Sie mit einer Person, die Ihnen nahe steht. Unterschiedliche Wertelisten sind im Internet zu finden oder unter „Nützliche Artikel und ergänzende Tipps“ in meiner Rubrik „zum weiterlesen… “ >>

  • Werte auswählen und vertiefen

Aus der Auflistung der Werte wählen Sie nun die 10 für Sie bedeutendsten Werte aus und betrachten sie genauer. Was verstehen Sie genau unter dem jeweiligen Begriff? Warum ist der Wert Ihnen wichtig? Welche konkreten Situationen fallen Ihnen ein, in denen dieser Wert Sie schon einmal maßgeblich beeinflusst hat?

  • Werte-Hierarchie bilden

Priorisieren Sie die Werte anschließend. Welche Werte sind Ihnen am wichtigsten; in welchem Punkt würden Sie niemals Kompromisse eingehen? Gibt es Werte, an denen Sie schon gezweifelt haben, bei denen Sie unter Umständen Kompromisse machen würden?

  • Beurteilung

Fragen Sie sich abschließend, in welchem Job, welchem Unternehmen, welcher Branche Sie am besten im Einklang mit Ihren Werten leben können – und wo Sie sich überhaupt nicht sehen.

Meine Empfehlung: Machen Sie sich bei dieser Übung nichts vor. Rücken Sie sich die Dinge nicht so zurecht, dass es für Sie (oder andere!) bequem passt. Machen Sie es sich nicht zu einfach.

Fazit: Kommen Sie Ihren wahren Werten auf die Spur und schaffen Sie sich die Basis für berufliche Entscheidungen, die Sie nicht bereuen.

Wenn Sie das Thema Werte und Wertearbeit interessiert, dann kann ich Ihnen das Buch von Uwe Böschemeyer „Worauf es ankommt – Werte als Wegweiser“ wärmstens empfehlen (siehe unter „zum weiterlesen… “ >>).

4. Wo gehöre ich also hin?

Auf Grundlage Ihrer Erkenntnisse über Ihre Stärken, Ihr optimales Arbeitsumfeld und Ihre Werte sollten Sie nun leicht feststellen können, wohin Sie am besten passen – in welche Branche, in welches Unternehmen, in welchen Job.

Wenn Sie Berufsanfänger sind, können Sie Jobportale und Jobprofile als Orientierung nutzen oder sich auf den Karriereseiten der Unternehmen über deren Jobprofile und Unternehmenswerte informieren. Hilfreich bei der Berufswahl ist es auch immer wieder, sich mit anderen Menschen auszutauschen und sich über deren Tätigkeiten und deren Erfahrungen zu informieren.

Wenn Sie berufserfahren sind, nutzen Sie die Erkenntnisse aus Ihren Antworten am besten jedes Mal, wenn Ihnen ein neuer Job angeboten wird oder Sie von sich aus nach einer neuen Tätigkeit suchen. Viele Jobs sind reizvoll, weil Sie ein höheres Einkommen und/oder einen höheren Status, mehr Verantwortung und vermeintlich Anerkennung bringen. Wenn Sie in dem angebotenen Job Ihre Stärken nicht einbringen können, gegen Ihre Werte handeln müssen und/oder in ein Arbeitsumfeld geraten, in dem Sie nicht Ihr volles Potential ausschöpfen können, dann werden Sie auf kurz oder lang weniger Leistung bringen oder große Energie aufbringen müssen, Ihr Leistungsniveau zu halten.

Fazit: Nutzen Sie die Kenntnis über Ihre Stärken, Werte und Ihr optimales Arbeitsumfeld konsequent, wenn Sie vor beruflichen Entscheidungen stehen. Lassen Sie sich von vermeintlich verlockenden Jobangeboten nicht von Ihrem persönlichen Weg abbringen.

5. Was ist mein Beitrag zum Erfolg?

Wir sind in der Regel zufriedener, wenn wir den Wert unserer Arbeit sehen – und wenn unsere Arbeit erfolgreich ist. Hand aufs Herz:

Warten Sie darauf, dass andere (der Chef, Kollegen, Kunden) Ihnen Arbeiten auftragen, die Sie dann – natürlich mit dem größten Engagement – erledigen? Oder analysieren Sie, was die Situation erfordert? Überlegen Sie, wie Sie Ihre Stärken und Überzeugungen so einsetzen können, dass Sie in einer Situation die besten Ergebnisse liefern und Wert mit Ihrer Arbeit schaffen.

Sind Sie sich Ihrer Erfolge bewusst? Feiern Sie Ihre Erfolge vielleicht sogar? Nein? Dann wird es höchste Zeit, sich bewusst zu werden, welchen Beitrag Sie am Erfolg haben – und den Erfolg zu genießen.

Fazit: Tun Sie nicht nur, was andere Ihnen auftragen zu tun; nutzen Sie Ihre Stärken und Überzeugungen, um mit Ihrer Arbeit Wert zu schaffen. Und – vor allem – feiern Sie Ihre persönlichen Erfolge!

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