Emotionale Intelligenz als Schlüssel zum Erfolg – 3 Möglichkeiten, wie Sie Ihre emotionalen Kompetenzen entwickeln können

Einer IBM-Studie zufolge hängt der berufliche Aufstieg nur zu 10% von der fachlichen Kompetenz und der Qualität der Arbeitsleistung ab. Viel entscheidender als fachliches Know-how ist die Fähigkeit der Selbstdarstellung (30%) und das persönliche Kontaktnetz (60%), so das Ergebnis der Studie. Zum überwiegenden Teil hängt beruflicher Erfolg demnach von Fähigkeiten ab, die unter dem Begriff emotionale Intelligenz zusammengefasst werden können. Wer über eine hohe emotionale Intelligenz verfügt, ist – empirischen Studien zufolge – aber nicht nur im Beruf erfolgreich, sondern auch insgesamt zufriedener, führt glücklichere Beziehungen, ist ausgeglichener und gesünder. Auf dem Weg zu Ihrem persönlichen Erfolg stellt sich damit die Frage: Wie entsteht emotionale Intelligenz, ist sie erlernbar und wie können wir sie verbessern?  

In der Wissenschaft werden 25 Kompetenzen der emotionalen Intelligenz beschrieben. Im Vordergrund stehen dabei persönliche Kompetenzen wie Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung und Motivation, sowie soziale Kompetenzen wie Empathie und Kommunikation. Um erfolgreich zu sein, geht es im Kern darum, die eigenen Gefühle sowie die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und sie so zu beeinflussen und zu nutzen, dass sie der Situation angemessen sind.

Wie entsteht emotionale Intelligenz?

Der Grundstein für emotionale Intelligenz liegt in der Kindheit. Kinder, die das Glück hatten, von emotional intelligenten Eltern großgezogen zu werden, besitzen mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine hohe emotionale Intelligenz.

Im Erwachsenenalter wird es schwieriger, emotionale Kompetenzen zu erlernen und auszubauen. Alte Verhaltensmuster müssen aufgespürt und durch neue Verhaltensweisen ersetzt werden. Sich seiner Defizite bewusst zu werden, kann ein hilfreicher erster Schritt zur Entwicklung der emotionalen Intelligenz sein.

Wie „emotional intelligent“ sind Sie?

Zur Ermittlung der emotionalen Intelligenz haben John D. Mayer, Peter Salovey und David R. Caruso einen Test entwickelt, den MSCEIT (Mayer-Saclovey-Caruso Emotional Intelligence Test). Dies der Vollständigkeit halber. An dieser Stelle versuchen wir, ohne einen wissenschaftlichen Test auskommen. Folgende Fragen können Ihnen bei der Einschätzung Ihrer emotionalen Kompetenzen helfen:

  • Können Sie Ihre Gefühle bewusst wahrnehmen und der Situation angemessen regulieren? Oder fühlen Sie sich Ihren Gefühlen – insbesondere den negativen Gefühlen wie Ärger, Wut, Traurigkeit, Neid – häufig ausgeliefert?
  • Können Sie gute, tragbare Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen? Können Sie andere für sich und Ihre Interessen begeistern? Oder fällt es Ihnen schwer, Menschen kennenzulernen, Beziehungen zu pflegen und zum beidseitigen Nutzen auszubauen? Reagieren andere Menschen verhalten auf Ihre Ideen, lehnen Ihre Vorschläge ab oder gehen sogar in den Widerstand?
  • Können Sie sich in schwierigen Situationen abgrenzen und sich und Ihre Bedürfnisse schützen? Oder fällt es Ihnen schwer, für sich einzustehen und Ihre Meinung zu vertreten, ohne das Gefühl zu haben, die Beziehung zu Ihrem Gegenüber zu belasten?

3 Möglichkeiten, Ihre emotionale Intelligenz zu verbessern

Wenn Sie die Fragen für sich beantwortet haben, können Sie vermutlich gut einschätzen, wo Sie Stärken haben und wo Defizite, ob Sie mit (negativen) Emotionen umgehen, sich gut auf andere Menschen einstellen und in schwierigen Situationen für sich einstehen können und an welchem Thema Sie zur Verbesserung Ihrer emotionalen Intelligenz arbeiten sollten.  

Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihre emotionale Intelligenz verbessern können :

1. Den Umgang mit negativen Emotionen trainieren

Negative Emotionen wie Ärger, Wut, Traurigkeit und Neid überwältigen uns und beeinflussen unser Beurteilungsvermögen. Das liegt daran, dass negative Gedanken in unserem Gehirn chemische Prozesse in Gang setzen, die sich auf unseren Körper auswirken. Bei Ärger spannen sich beispielsweise die Muskeln an, das Herz schlägt schneller, unsere Hände beginnen zu schwitzen. Im wahrsten Sinne des Wortes schwillt einigen sogar der Hals an vor Ärger. Wir verlieren die Kontrolle über uns und sagen im Ärger Dinge, die wir später bereuen.

Negative Gefühle als solche wahrzunehmen und bewusst in Frage zu stellen bewirkt, dass diese keine Kontrolle mehr über unseren Körper und über unser Handeln erlangen. Wenn Sie in einer Situation bemerken, dass Sie sich ärgern, treten Sie gedanklich einen Schritt zurück. Was regt sie gerade auf? Was hat den Ärger ausgelöst? Die Erinnerung an ein vergangenes Erlebnis? Ist dieses Gefühl angemessen in der jetzigen Situation?

Vielleicht kommen Sie zu dem Schluss, dass Ihr Ärger berechtigt ist. Die bewusste Beschäftigung mit Ihren Gedanken durchbricht jedoch die automatischen Reaktionen Ihres Gehirns auf negative Gedanken und verhindert die körperlichen Auswirkungen. Sie bleiben ruhiger, behalten die Kontrolle und können angemessen kommunizieren und handeln.   

2. Signale anderer wahrnehmen und richtig deuten

Menschen mit einer hohen emotionalen Intelligenz können in der Regel Gesten, Mimik und Gefühlsregungen ihrer Mitmenschen sowie Untertöne in deren Sprache besser wahrnehmen und interpretieren. Sie wissen, wie sie effektiv kommunizieren müssen, um die Absichten hinter dem Gesagten ihres Gegenübers zu deuten.  

Wenn Sie den Gesichtsausdruck einer Person oder ihr Verhalten nicht deuten können, kann es helfen, wenn Sie sich mindestens zwei Interpretationen überlegen bevor Sie die Situation beurteilen und voreilig darauf reagieren. Wenn ein Freund sie beispielsweise nicht zurückruft, kann es sein, dass er Sie und ihr Anliegen ignoriert. Genauso gut ist es jedoch möglich, dass er sehr beschäftigt ist und fest plant, sie am Abend anzurufen, wenn er mehr Ruhe hat und sich voll und ganz auf Sie einlassen kann.

Wir verlieren an Objektivität, wenn wir das Verhalten anderer auf uns beziehen und persönlich nehmen. Unsere Perspektive zu ändern und mehrere Möglichkeiten für das Verhalten anderer in Betracht zu ziehen, verhindert Missverständnisse, die die Beziehung belasten könnten.

Je nach Situation kann es ebenfalls sinnvoll sein, die Person direkt und offen zu fragen, warum sie sich in einer gewissen Weise verhält. „Ich kann dein Verhalten nicht deuten. Kannst du mir sagen, warum du mich nicht zurück gerufen hast?“ Diese Frage beinhaltet keine eigene Bewertung oder Vorwürfe, die Ihr Gegenüber in eine Abwehrhaltung und zu Rechtfertigungen drängen würde.

3. Bestimmt und durchsetzungsstark auftreten und dabei verbindlich bleiben

Es gibt Situationen, in denen ist es notwendig, Grenzen zu ziehen, damit andere wissen, woran sie mit uns sind. Hierzu gehört:

  • unser Recht, eine andere Meinung zu haben, ohne dass wir uns als unangenehm oder unsympathisch empfinden,  
  • nein zu sagen, ohne uns schuldig zu fühlen,
  • unsere eigenen Prioritäten zu setzen, ohne uns als rücksichtslos zu empfinden,
  • uns gegen Verletzungen zu schützen und
  • uns nicht gegen unseren Willen zu etwas nötigen zu lassen.  

Eine Methode, die helfen kann, in solchen Situationen Gefühle zu äußern und bestimmt aufzutreten ohne zu befürchten, die Beziehung zum Gegenüber zu belasten, ist die XYZ- Methode: „Ich fühle mich X wenn du Y machst (oder nicht machst) in Situation Z“.

Zum Beispiel: „Mir fehlt die Anerkennung (X), weil ich von Ihnen kein Lob erhalten habe (Y) für meine Leistungen im Projekt (Z).“

In dieser Methode findet sich auch der häufig in Kommunikationsseminaren vermittelte Tipp wieder: Sprechen Sie von sich in „Ich-Form“ und vermeiden Sie „Du Botschaften“. Diese bewirken eine Abwehrhaltung bei Ihrem Gegenüber. Ihre Botschaft kommt nicht an.

Advertisements

  1 comment for “Emotionale Intelligenz als Schlüssel zum Erfolg – 3 Möglichkeiten, wie Sie Ihre emotionalen Kompetenzen entwickeln können

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: